Dreschflegel e. V.

Kampagne "Vielfalt säen" (2010)

Saatgut muss zu hundert Prozent gentechnikfrei bleiben.

Pressemitteilung, 16.09.2010

Vielfalt Säen
Zusammenschluss mehrerer
Saatgutinitiativen

Unser Saatgut muss zu 100% frei von Gentechnik bleiben! Unterschriften und Forderungen der Kampagne "Vielfalt säen!" heute in Brüssel an EU-Kommissar John Dalli übergeben.

Saatgutinitiativen, darunter die IG Saatgut aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, übergaben EU-Verbraucherschutzkommissar Dalli heute über 100.000 Unterschriften. Damit fordern sie anlässlich der 6. Konferenz der Gentechnikfreien Regionen Europas vom 16. bis 18. September in Brüssel und Gent: Saatgut muss zu hundert Prozent gentechnikfrei bleiben.

Im Jahr 2008 hat die EU-Kommission begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Jetzt beginnt sie mit der Revision des Sortenschutzrechtes. Die Änderungen werden voraussichtlich ab 2011 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung Better Regulation sollen beim Saatgutrecht Bürokratie abgebaut und die Gesetze vereinheitlicht werden.

Zurzeit wird der Saatgutverkehr in der EU durch 12 Richtlinien geregelt, die in den EU-Ländern unterschiedlich umgesetzt werden. Die EU-Kommission arbeitet auch an Regeln für gentechnikfreies und für die Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut. Es ist zu befürchten, dass bei der Revision einseitig die Interessen der Saatgutindustrie und der Agrochemie gestärkt werden, in Form einer Ausweitung ihrer geistigen Eigentumsrechte an Pflanzensorten.

Aus diesem Grund hat die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) 2009 die Kampagne "Vielfalt säen!" ins Leben gerufen. Zusammen mit weiteren Organisationen und Kampagnen aus dem Netzwerk europäischer Saatgutinitiativen ("Let`s liberate diversity"), will die Saatgutkampagne eine breite öffentliche Diskussion zum Thema Saatgut anstoßen. Denn gentechnikfreies und vielfältig verfügbares Saatgut bildet die Grundlage vieler Lebensmittel und ist für die Sicherung unserer Ernährung heute und in Zukunft unerlässlich.

In der Schweiz hat die Kampagne "Vielfalt für alle!" 16 000 Menschen mobilisiert, in Frankreich hat Reseau Semences Paysannes dem Ministerium 80.000 Unterschriften für die Rettung Bäuerlichen Saatgutes ("Sauvons les semences paysannes") übergeben. Im Rahmen der Kampagne "Vielfalt säen!" hat die IG Saatgut über 41 000 Unterschriften in Deutschland und Österreich gesammelt. Die UnterzeichnerInnen bekräftigen mit ihrer Unterschrift unsere Forderungen an die EU-Kommission:

  • Pflanzen sind keine Erfindungen – Pflanzensorten müssen frei von Besitzansprüchen sein.
  • Pflanzen sind keine Sachen – sie dürfen nicht gentechnologisch manipuliert werden.
  • Ziel von Bürokratieabbau soll eine Förderung lebendiger Vielfalt und nicht von biologischen Rohstoffen ("genetischen Ressourcen") sein.
  • Eine lebendige Vielfalt braucht Pflanzensorten, die nachbaubar sind.
  • Wir brauchen auch in Zukunft einen Reinheitswert bei Saatgut von 0,0% gentechnischer Verunreinigungen – gekoppelt mit dem VerursacherInnenprinzip!

Weitere Informationen vor Ort: Siegrid Herbst, Koordinatorin der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit.
Mobil: 0176 24 15 00 16


Weitere Informationen und Fotos bei der IG Saatgut

Unterschriftenlisten zum Download


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