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SaatgutSouveränität entwickeln: die Solidarische Landwirtschaft und das Projekt RegioSaatCoops (Autorin: Kirsten Grover, Januar 2014)

Nach wie vor gibt es nur wenige Erwerbsgärtnereien und Versorgungsbetriebe, die die Arbeit mit dem Saatgut in ihren Anbau integrieren. Wir als Arbeitsgruppe Saatgut des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft, haben das Projekt Regio-SaatCoops initiiert, weil wir an dieser Situation etwas ändern möchten.

Das Prinzip der RegioSaatCoops ist einfach. Mehrere ähnlich wirtschaftende Höfe und Gärtnereien einer Region schließen sich zusammen und decken gemeinsam ihren Saatgutbedarf durch eigene Vermehrung ab. Dabei übernimmt jeder Betrieb die Verantwortung der Saatgutvermehrung einer Handvoll Kulturarten bzw. Sorten.

So kann ein immer höher werdender Anteil des Saatgutbedarfs über den gemeinsamen Pool gedeckt werden. Die Sorten können sich innerhalb der Region mit ähnlichen Umweltbedingungen und in ähnlich strukturierten Betriebssystemen lokal anpassen.

Im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft besteht die Chance, die Bedeutung einer vielfaltsbetonten und ökologischen Saatgutarbeit den Versorgungsgemeinschaften direkt zu vermitteln und durch den unmittelbaren Kontakt auch die Bedürfnisse aller - AnbauerInnen, WeiterverarbeiterInnen, EsserInnen, ZüchterInnen - bei der Sortenwahl einzubeziehen.

Die Entwicklung von nicht-marktorientierten, solidarischen Finanzierungsmodellen - wie in der Solidarischen Landwirtschaft, in der ein fester Personenkreis verbindlich die Produktionskosten eines Hofes trägt und sich dafür im Gegenzug die Ernte teilt - lässt eine neue Perspektive entstehen, wie die bäuerliche Saatgutvermehrung und -entwicklung auch finanziell abgesichert werden könnte.

Den Aufbau dieser Strukturen sehen wir im Zusammenhang anderer Initiativen der ökologischen Saatgutarbeit wie den Erhaltungsinitiativen und den ökologischen PflanzenzüchterInnen.

Im Winter 2013 gründeten sich die ersten beiden RegioSaatCoops (in Niedersachsen und im Raum Kassel), die 2013 in kleinen Schritten bereits mit der Zusammenarbeit begonnen haben. Ein nächstes überregionales Koordinationstreffen, in dem die in dieser Saison gemachten Erfahrungen ausgewertet werden wollen, ist für Februar 2014 geplant.

Wir suchen noch weitere Höfe und Menschen, die Lust haben mitzumachen - auch Höfe, die nicht nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft wirtschaften, Saatgutbetriebe, ZüchterInnen und andere Motivierte. Der Bedarf an ökologischem Saatgut steigt und es braucht viele Orte an denen die Vielfalt wachsen kann!

Für Kontakt und mehr Informationen schreibt uns:
regiosaatcoops@saatgutkampagne.org


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