Dreschflegel e. V.

Archiv: Grünes Gebäude auf braunem Fundament (Dreschflegel 2016)

Rechtes Gedankenungut nicht links liegen lassen!

Bei Dreschflegel gibt es nur Saatgut, das auf unseren eigenen Höfen vermehrt worden ist. Wir streben eine Anpassung der Pflanzen an die regionalen Bedingungen an. Unser Saatgut stammt dementsprechend ausschließlich aus Deutschland.

Einige Pflanzen beschreiben wir als "einheimische" Arten. Deutsches Saatgut für deutsche Gärten? "Heimische Pflanzen" sind nicht die einzige Themenüberschneidung mit rechtsextremen, rassistischen oder nationalsozialistischen Gruppierungen, die sich auf heimische Landwirtschaft, heimische Nutzpflanzen und heimisches Saatgut positiv beziehen: Ablehnung von Globalisierung, Gentechnik und Konzentrationsprozessen am Saatgutmarkt oder der positive Bezug auf handwerkliche und bäuerliche Strukturen und Fertigkeiten sind weitere Beispiele.

Aber es gibt Begriffe, die deutlich machen, dass es in Texten der extremen Rechten oder der Rechtspopulisten um Ausgrenzung und Entwertung des vermeintlich Fremden und Anderen geht: Begriffe, die zu Auslösern der eigenen Alarmanlage werden können, wenn ein zunächst unverfänglich anmutender oder sogar Zustimmung findender Text kippt und das braune Fundament durch die ökologische Fassade hindurchscheint.

Der Begriff "heimisch" kann harmlos gemeint sein. Er wird zum Beispiel für Arten verwendet, die in Mitteleuropa schon länger oder inzwischen etabliert sind.

Doch wird "heimisch" nicht immer neutral benutzt. So ist es nicht erst bei "Volk" oder "völkisch" gut, hellhörig zu werden! Spätestens seit 2006 ("Auch Du bist Deutschland"- Aktion auf Brötchentüten zur Fußballweltmeisterschaft der Männer...) "dürfen wir wieder deutsch sein" – das mag für viele entspannend sein, für andere ein Bezug auf nationale Identität, der aufhorchen lässt: was ist damit noch gemeint?

Im Folgenden drucken wir den Text von Anja Banzhaf "Ernährungssouveränität und Saatgutpolitik von ganz rechts oben" als Vorabdruck aus dem im Frühjahr 2016 erscheinenden Buch "Saatgut. Wer die Saat hat, hat das Sagen" (oekom-Verlag München, ISBN 978-3-86581-781-5) ab, um zu zeigen, wie ähnlich dort zitierte Äußerungen der extremen Rechten unseren eigenen Formulierungen sind, und wie sie sich dennoch unterscheiden.

Herzlichen Dank an Anja Banzhaf und den Oekom-Verlag für die Genehmigung des Abdruckes!


Übersicht Archiv »»

© Dreschflegel e. V. 2018 | Kontakt | Impressum | Sitemap | Datenschutzerklärung | nach oben nach oben